Erforschung von Raum-, Orts- und Feldphänomenen
Erforschung von Raum-, Orts- und Feldphänomenen

Medizin

"Gerade der Mediziner ist nämlich durch das jahrelange Studium der Morphologie und Funktionsweise des anatomischen Körpers so geprägt, dass für ihn das räumlich ausgedehnte Erleben des Patienten in der Regel kaum noch Anspruch auf Wirklichkeit hat."
(Prof. Dr. med. Dr. phil. Thomas Fuchs)

Das Dilemma der Psychosomatik

In der Medizin dominiert die Trennung von Körpermedizin und Psychotherapie. Die neu entdeckte Psychosomatik versucht eine Brücke zwischen den tiefen Graber von Körper und Psyche zu schlagen, hat aber nicht die Möglichkeiten, um sich dieser historischen Trennung zu entledigen und wirklich Neues in den Blick zu nehmen.

Die phänomenologische Topologie bietet hier ein alternatives Modell an, und geht von einem räumlichen In-der-Welt-Sein aus, und entdeckt neben dem Körper noch den erfahrbaren Leibraum und personalen Lebensraum. 

Der erfahrbare Leibraum

Der Körper ist sichtbar und tastbar. Der phänomenale Leibraum hingegen ist spürbar in der Nähe des Körpers, und häufig fluid und wechselhaft wie beim Ein- und Ausatmen. Leib und Körper sind keine Gegenspieler sondern Mitspieler im Spiel des Lebens, zwei Pole des Lebendigseins. Der Körper ist fassbar, der Leib ereignet sich als gegenwärtiges Leben, als "Gegenwartsmoment" (Stern).

 

Der phänomenale Raum in der Medizin und Therapie

In folgenden Fachrichtungen der Medizin ist schon ein Kontakt mit phänomenologischen und topologischen Forschungsansätzen hergestellt worden: 

  • Therapieforschung in der systemischen Aufstellungsarbeit
  • Raumfordernde Prozesse in der integrativen Krebstherapie
  • Heilende Wirkungen auf den Körper in bestimmten atmosphärischen Lagen und Orten als Klimatherapie
  • Rhythmische Leibtherapie: Wiederbeleibung durch Tanz und Bewegung, vorallem durch Kreistänze
  • Phänomenologisch-anthropologische Psychiatrie und Psychologie: Tradition von Binswanger, und jetzt Prof. Fuchs in Heidelberg.
  • Schizophrenie-Forschung am Institut für Prosopiatrie von Dr. Robby Jacob in Berlin.

Leibtherapie

Ziel der Leibtherapie ist es, anästhesierte Menschen dabei zu unterstützen, ins eigenleibliche Spüren zurückzufinden, damit sie ihren, nach ihrem Leibmaß entwickelten Umgang mit der krisenhaften, belastenden Situation finden können (Wiederbeleibung).