Erforschung von Raum-, Orts- und Feldphänomenen
Erforschung von Raum-, Orts- und Feldphänomenen

Das Topologie Glossar

Wer definiert, kennt das Leben nicht.
Antoine de Saint-Exupéry

Atmosphäre: Atmosphären werden weniger mit den äußeren Sinnen wahrgenommen, sondern vielmehr in der eigenen Leibresonanz gespürt.

Eigenraum: Der eigene Raum des Wohnens im umfriedeten Raum.

Gegenwart: Ist kein Punkt auf dem Zeitstrahl, sondern ein Spielraum von ungeheurer Breite und Tiefe, der durch Tanz, Musik und Fest gestaltet sein kann.

GrenzeDie Grenze ist das Grundprinzip des körperlichen Lebens und ermöglicht Abgrenzung zur Umgebung aber auch Austausch. Es entsteht ein eigener Raum mit einem "inneren Milieu", das sich von der Umgebung unterscheidet. Das ist die Voraussetzung für individuelle Identität und stabile Gesundheit. Es bestehen die Gefahren der Unter- und Überabgrenzung.

Konstellation: "con-stella" = das Zusammentreffen der Sterne. Die Vorstellung, dass die Welt aus einzelnen Dingen, Substanzen oder Ereignissen besteht. Stattdessen befinden wir uns aber in ganzheitlichen Situationen, und jede einzelne Konstellation ist daraus herausgehoben und bleibt daran gebunden.

LebensraumAls Lebensraum oder ökologischer Raum sei die dauerhafte Gesamtheit des von einer Person präreflexiv gelebten und erlebten Raumes mit seinen Bedingungen, Wirkungen und Möglichkeiten bezeichnet, also der Umraum eines leiblichen und seiner selbst bewußten Subjekts im weitesten Sinn. (Thomas Fuchs)

Leib: Nicht: Der Körper, den ich habe (=Organismus). Sondern: Der lebendige Leib, durch den ich hier bin. Das lebendige Medium, durch das ich in der Welt bin. Der absolute Ort der subjektiven Erfahrung. Ausstattung fürs Leben. Der Leib kann in seiner räumlichen Ausdehnung unterschiedliche Volumina ausbilden und ist auf keine sichtbare Grenzen festzulegen.

Leibraum: Alles das, was in der Gegend des Körpers gespürt werden kann, ohne sich seines Seh- oder Tatsinnes zu bediehnen.

Leibliche Aufrichtung: Betont als Köngisrichtung des Leibraumes die Vertikale, und setzt als Aufrichtungsspannkraft den Gegenpol zur Schwerkraft. Ermöglicht erst Einrichtung des Leibraumes.

Ort: Als relativer Ort die Stelle im dimensionalen Raum. Als absoluter Ort der eigene lebendige Leib als Ort des Spürens von leiblichen Regungen und Gefühlen in Situationen.

Perichorese: Die wechselseitige Durchringung des räumlich-ausgedehnten Leibseelischen. 

Leibliche Urheberschaft: aktive leibliche Partizipation an der Mitwelt, gelingende Nähe, Anteilnahme, zwischenleibliches Mitschwingen, interaktive Selbstwirksamkeit. 

RaumRäumlichkeit ist weder ein den Sinneswahrnehmungen entnommene Kategorie noch eine apriorische Form der Anschauung, sondern primär im eigenleiblichen Spüren selbst gegeben.

Resonanz: naturwissenschaftliche Resonanztheorie Cramers, akkustische Resonanz, leibiche Resonanz von Hermann Schmitz

Seele: Die Seele ist keine unräumliche Innerlichkeit, sondern die Wirklichkeit unseres leiblichen Gegenwärtigseins in der Welt. Die Seele ist die Lebendigkeit des Leibes. Das Seelische ist immer auch leiblicher und räumlicher Natur.

Situation: Eine Situation ist etwas, worin man sich befindet, noch vor jeder Vereinzelung durch das explizierende Sprechen. Eine Situation ist wie eine Lage, in der man sich befinden kann: "In Deiner Haut möchte ich nicht stecken." Herberge der Möglichkeiten. Gegenbild zu fest gefügten Konstellationen. Als Chaos Beginn der Welt.

Tanz: Situationen, die sich bewegen.

Topisches Denken: Denken in Situationen, d.h. vages Erfassen der Situation ohne Versuch, diese vollständig in Konstellationen zu explizieren.

Topisches Wissen: Das implizite Leib- und Situationswissen, im Unterschied zum expliziten Wissen der Konstellationen.

Topische Praxis: Nicht: Sammlung wirksamer Techniken und hilfreicher Strategien zur (raschen) Problemlösung. Sondern: Das Umgehen mit Situationen, in denen man sich befindet. Produktives Aushalten des Nicht-Wissen-Könnens, des Nicht-Machen-Könnens. Kein Machbarkeitswahn. Geerdet-Sein mit Lebendigkeit nach oben.

Topos: Die Situation, in der ich mich befindet. Der Leib, durch den ich in der Welt bin.

Topologie: Beschäftigt sich mit dem Topos, also Situationen in denen wir uns leiblich befinden. Die Topologie interessiert sich für Orte, wo es leibt und lebt.

Wahrnehmung: Der Ort der Wahrnehmung ist nicht das Gehirn, sondern mein spürbarer Leib, der sich koextensiv mit meinem Körper befindet. 

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