Erforschung von Raum-, Orts- und Feldphänomenen
Erforschung von Raum-, Orts- und Feldphänomenen

Prädimensionale Räumlichkeit

Seit 2.500 Jahren dominiert die Raumvorstellung der Geometrie unser alltägliches Denken. Diese geometrische Raumvorstellung orientiert sich am Sehen von festen Körpern, die eine Länge, Breite und Dicke haben. So wurde der Raum fast vollständig von der Physik und Mathematik erobert. 

 

Doch es gibt und gab auch immer andere Raumvorstellungen, z.B. den Leibraum als räumliches Volumen wie beim Ein- und Ausatmen. Dieser gespürte Raum ist "flächenlos" und daher ohne Dimension. 

 

Die prädimensionale Raumerfahrung beginnt mit der Engung und Weitung. Der Raum ist daher immer dynamisch und ermöglicht schwingende Bewegungskonturen. Wir leben in einer schwingenden Wirklichkeit, in der wir uns selbst bewegen und Schwingungen erzeugen.

 

Der Leib ist also nicht im Raum, sondern er verräumlicht sich fortwährend und erzeugt selbst seinen Raum.

Philosophiegeschichte

Spätestens seit Descartes dominiert die Trennung von res cogitans und res extensa den philosophischen Mainstream. Es wird also seit Jahrhunderten davon ausgegangen, dass es zwei Welten gibt: die mentale und die räumliche Welt.

Die phänomenologische Topologie geht davon aus, dass dem nicht so ist, sondern dass die räumliche Welt grundlegender ist als die mentale Welt, d.h. dass es eine grundlegende Räumlichkeit des In-der-Welt-Seins gibt, die nicht mehr hinterlaufen werden kann. Sowohl Tier als auch Menschen kommen nicht umhin sich in etwas zu befinden, bevor sie sich mit etwas beschäftigen können. Nur weil wir uns in der Welt befinden, in unserem Leib, der Welt und in Gemeinschaft etc, können wir uns mit der Welt denkend beschäftigen. Die Unräumlichkeit des Mentalen muss daher nachdrücklich bestritten werden.

Damit knüpfen wir an bestimmte Traditionen der Philosophiegeschichte an:

  • Martin Heidegger, und seine Philosophie des In-der-Welt-Seins
  • Hermann Schmitz, und seine Räumlichkeit der Gefühle

"Die Welt ist ein in fünf Dimensionen strukturiertes Feld" (Hermann Schmitz)